Wer bestimmte Begriffe hasst, kann sie beim Künstler Dirk Hülstrunk abgeben und gegen Ersatzwörter eintauschen. Sie auszusprechen, ist aber gar nicht so leicht

„Dickkopf“ wird zu „Banöp“, „Produktionsdruck“ zu „Lafaplededük“: Diese Kunstwörter zieht Dirk Hülstrunk mit ernstem Blick aus einem kleinen Karteikasten in seinem Büro für überflüssige Wörter im Frankfurter Kunstverein. Die Idee hinter dem Projekt: Begriffe, die die Menschen nerven, tauscht der Autor anlässlich der Frankfurter Buchmesse gegen neue ein.
Hinter einer Pinnwand mit vielen Wörtern, die bereits abgegeben worden, sitzt Hülstrunk an seinem Schreibtisch. Tja, zahlreich, Arbeitsprobe, Windeln: Sehr unterschiedliche Worte hängen an der Pinnwand, abgegeben von ihren Benutzern, die künftig ohne sie auskommen wollen. Die kleine Topfpflanze auf Hülstrunks Schreibtisch ist wohl als Augenzwinkern an die deutsche Bürokratie zu sehen: Sein Büro für überflüssige Wörter, sagt Hülstrunk, sei eben ein „richtiges“ Büro, seine Idee nennt er auch ein „poetisch-bürokratisches Projekt“. Jedes einzelne Wort, das abgegeben wird, dokumentiert Hükstrunk in seinen Unterlagen.
Dass sie die abgegebenen Wörter nicht mehr verwenden werden, bescheinigen die Besucher bei Hülstrunk sogar mit Unterschrift und Stempel. Der Gewinner laut Hülstrunk: „Eigentlich“. Auf dieses Wort wollten bislang am meisten Menschen verzichten.