Wir geben uns Mühe, trennen brav Plastik, Bio, Papier und drei Sorten Glas. Aber produzieren wir auch weniger Müll?

Seit Anfang 2017 zahlen wir in Geschäften extra für Plastiktüten, in Hamburg, Freiburg und Köln kämpfen Initiativen gegen den Wegwerf-Kaffeebecher. Wir tun was gegen die Müllberge. Mit Erfolg?

Nach einer Statistik der Gesellschaft für Verpackungsforschung nimmt der Verpackungsmüll in Deutschland zu. Bei Aluminium, Kunststoff, Papier, Pappe, Karton, Holz und anderen Verpackungsmaterialien hat die Müllmenge zwischen 1994 und 2014 um 13 Prozent zugenommen. Und das trotz aller Bemühungen, Müll zu vermeiden oder clever zu trennen und zu recyceln. Nur Müll aus Glas, Weißblech und Feinblech hat im gleichen Zeitraum  abgenommen (13 Prozent).

Mehr Singles  –  mehr Müll?

Das Umweltbundesamt erklärt sich den Anstieg des Verpackungsmülls mit mehr Single- und Zwei-Personen-Haushalten und dem damit verbundenen Aufkommen von kleineren Verpackungsgrößen zum Beispiel bei Lebensmitteln. Tatsächlich ist die Zahl der Singles in Deutschland gestiegen. Das kann aber nicht die einzige Erklärung für den Anstieg des Müllvolumens sein.

Mehr Verandhandel  – mehr Müll?

Das Umweltbundesamt führt den boomenden Versandhandel als weiteren Grund für den Verpackungsmüll an. Daten des Statistischen Bundesamtes belegen einen starken Anstieg des Versandhandels seit 2007 und 2008, was zeitlich mit der Expansion von Amazon in Deutschland zusammenfällt. Aufgrund der Wetterunbeständigkeit von Pappe würden viele Versandhändler ihre Waren zusätzlich durch Plastikfolie schützen, vermutet das Umweltbundesamt. Wer Online einkauft, sorge also nicht nur für mehr Altpapier, sondern auch mehr Plastikmüll.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was tun gegen den Müll?

Ihr Mülleimer ist meistens leer: Olga Witt versucht, müllfrei zu leben und hat 2016 den ersten Unverpackt-Laden in Köln gegründet. Wie einfach ein Leben ohne Verpackungen sein kann und was genau den „Zero Waste“-Lifestyle ausmacht, erklärt sie selbst am besten.