Großer Andrang bei Paul Meyers: Er erklärte, wie  Journalisten schneller gesuchte Leute aufspüren / Foto: Madelene Cronjé

Er ist der Recherche-Experte der britischen BBC: Paul Myers. In seinem Panel „Internet Manhunt: Backgrounding and Tracking People Online“ machte er den Zuhörern klar, dass jede Suche im Netz mindestens einen sogenannten „unique identifier“ braucht: den vollen Namen, Geburtsnamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort oder auch den Usernamen, eine E-Mail Adresse oder Telefonnummer. Solche Identifikationsmerkmale lassen sich unter anderem hier aufspüren:

Generelle Infos über Personen

Spokeo: eine Personensuchmaschine, die sich fast ausschließlich auf die Suche im amerikanischen Raum bezieht. Hier werden Personen anhand von Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern gesucht. Das Ergebnis beinhaltet Informationen zum Wohnort, teils auch zu der umgebenden Nachbarschaft und persönliche Fotos aus Social Media-Profilen.

Pipl: eine englischsprachige Suchmaschine, die Informationen finden kann, die von anderen Suchmaschinen unberücksichtigt bleiben. Hier kann anhand der E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Vor- und Nachnamen,  aber auch Spitznamen oder Firmennamen gesucht werden.

Personensuche in Sozialen Netzwerken

Stalkscan: Hier lassen sich alle öffentlich zugänglichen Informationen aus Facebook-Profilen filtern und gezielt durchsuchen. Neben den Profilinfos zur Familie, Arbeit und Likes kann man sich auch alle Beiträge oder Fotos anzeigen lassen, bei denen der Nutzer auf “Gefällt mir” gedrückt hat.

Peoplefindthor.dk: eine Suchmaschine, die das gezielten Auffinden von Personen auf Facebook ermöglicht. Dazu wendet man in einem simplen Drop-Down-Menü verschiedene Filter auf seine Suche an, zum Beispiel kann man dort nach Personen suchen, die eine bestimmte Facebookseite geliked oder die einen bestimmten Ort besucht haben.

Suche nach Telefonnummern 

Truecaller: Hier lassen sich Telefonnummern zurückverfolgen und gegebenenfalls blockieren. Außerdem kann man, wie in einem umgekehrten Telefonbuch, herausfinden, ob eine Telefonnummer mit einem Social Media-Profil verknüpft ist.

HLR-lookups: Die Suchmaschine kann den Status einer Mobilfunknummer ausmachen. Der Dienst informiert darüber, ob die Nummer echt ist, ob und wo sie derzeit benutzt wird. So kann zum Beispiel nachgewiesen werden, ob der Nutzer einer bestimmten Handynummer gerade im Ausland ist.

Mehr Tipps und Tools finden sich auf Paul Myers’ Webseite.

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Eva Limmer arbeitet als Reporterin für den Bayrischen Rundfunk. Sie ist erstmals bei einer Global Investigative Conference dabei und Teil des internationalen Newsrooms, der das Konferenzgeschehen in alle Welt twittert, postet und sendet. Dafür steht sie am liebsten hinter der Kamera. Während ihres Studiums war sie Stipendiatin der JONA.