Der demografische Wandel ist auch für Nürnberg eine Herausforderung: Zwar wächst die Stadt mithilfe von innerdeutscher und ausländischer Zuwanderung, älter wird sie aber trotzdem. Diese Dynamik wird sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen: In Zukunft wird es nicht nur immer weniger Menschen geben, die im Durchschnitt älter sind. Den weniger werdenden Menschen im arbeitsfähigen Alter werden immer mehr Menschen gegenüberstehen, die das Rentenalter erreicht haben.

Die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass der Anteil an alten Menschen in Nürnberg seit 1995  um elf Prozent angestiegen ist. Als alt gelten Menschen über 65 Jahre. In Deutschland machte der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2016 fast ein Drittel mehr aus als noch 1995.

Es fällt auf: Nürnberg altert, das aber weniger schnell als der deutsche Durchschnitt. Demografin Juliane Schapper vom Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth sieht hierfür einen einfachen Grund: „Es sind vor allem die jungen Erwachsenen, welche beständig zuwandern. Sie halten die Stadt jung und lassen sie gleichzeitig wachsen.“ Dies könne an Gründen wie einem attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsmarkt oder der kulturellen Infrastruktur Nürnbergs liegen.

Dass die Stadt im gesamtdeutschen Vergleich langsamer altert, macht sich noch stärker bei einem Blick auf Prognosen des Statistischen Bundesamts und des Bayrischen Landesamts für Statistik bemerkbar.

Demografie-Forscher nutzen den sogenannten Altersquotienten, um das Verhältnis der alten, zu versorgenden Bevölkerung zu jenem Teil zu verdeutlichen, welcher für die Versorgung arbeiten muss. Der Nürnberger Altersquotient von 2016: Auf 100 Menschen zwischen 20 und 64 Jahre kommen 33 Menschen über 65 Jahre. Zwanzig Jahre später werden es 39 alte Menschen auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter sein.

Für Deutschland sieht die Prognose sehr viel drastischer aus. Hier sollen in knapp zwanzig Jahren sogar 57 alte Menschen auf 100 junge kommen.

 

Hinter der Geschichte:

Kill your darlings –  diese selbst erstellte Grafik hat es leider nicht in den Artikel geschafft. Dennoch können wichtige Trends an ihr abgelesen werden, wenn es darum geht wo Deutschland heute alt ist. Obwohl: Die Karte (stolz!) ist doch ein bisschen nutzerunfreundlich (wo ist mein Landkreis?) und nicht interaktiv geworden.