Im Jahr 2007 hat die Europäischen Union den Klima- und Energiepakt 2020 beschlossen. Ein Ziel ist, dass ein Fünftel der in der EU verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen kommt. Abhängig von seiner Ausgangslage hat jedes EU-Land eine eigene Vorgabe erhalten. Zum Beispiel Malta muss nur zehn Prozent des eigenen Verbrauchs aus erneuerbarer Energiequellen decken, Schweden 49 Prozent. Deutschland soll 18 Prozent seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen decken.

Frist rückt näher

Der Zwischenstand 2017 zeigt: 12 europäische Länder haben ihre Ziele bereits erreicht. Einige von ihnen, wie etwa Schweden oder Kroatien, haben sie sogar deutlich überschritten.

21 europäische Länder liegen hinter ihren Vorgaben. Auch Frankreich verfehlt seine Ziele bisher deutlich.

Auch für Deutschland wird es knapp: Im Jahr 2017 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix bei 15,5 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Das sind keine guten Aussichten für 2020. Sollte Deutschland sein Ziel nicht erreichen, drohen Sanktionen von der EU.

Meiste Energie aus fossilen Energiequellen

Der größte Teil der Energie, die in Deutschland und der EU verbraucht wird, kommt weiterhin aus fossilen Energiequellen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle. Dass es auch anders geht, zeigt Schweden. Woran hakt es in Deutschland? Volker Quaschning, Professor im Fachgebiet Regernative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, sieht die Defizite vor allem im Wärme- und Verkehrssektor: „Die Energiewende findet im derzeit Wesentlichen nur im Stromsektor statt.“ Wenn erneuerbare Energiequellen Öl, Kohle und Gas ersetzen, dann passiere das außerdem zu Lasten der großen Energiekonzerne, die wiederum großen Einfluss auf die Politik hätten. „Die Energiewende schreitet in Deutschland deutlich langsamer voran, als sie könnte“, sagt Quaschning. Häufig werde das allerdings anders kommuniziert.