Im Jahr 2008 hat jeder fünfte Vater Elternzeit genommen, 2014 war es schon jeder dritte. Wie lange Väter in Elternzeit gehen, scheint je nach Landkreis sehr unterschiedlich zu sein. Beim Blick auf die Karte fällt sofort auf: Zwischen Norden und Süden gibt es deutliche Unterschiede in der Papa-Emanzipation. Während im Norden ein Vater im Schnitt länger als drei Monate zu Hause bleibt, nehmen sich die Väter im Süden rund einen Monat weniger Zeit für den Nachwuchs.

Quelle: Destatis, Elterngeld für Geburten 2008-2014

In Nordfriesland, dem nördlichsten Zipfel unseres Landes, bleibt ein Vater im Schnitt 3,5 Monate zu Hause bei seinem Kind. Auch seine Nachbarn in Cuxhaven oder Ost-Holstein gehen ähnlich lange in Elternzeit. Im südlichsten Landkreis Oberallgäu dagegen bleibt ein Vater im Durchschnitt nur 2,5 Monate zu Hause. Ähnliches gilt für die anderen südlichen Landkreise.

Dabei interessant: Die Väter im Norden bleiben zwar länger zu Hause, dafür gehen im Süden aber mehr Väter überhaupt in Elternzeit. Im Kreis Oberallgäu bleiben mit 45 Prozent doppelt so viele Väter beim Kind wie in Nordfriesland.

Quelle: Destatis, Elterngeld für Geburten 2008-2014

 

Hinter der Geschichte: Die Darstellungen hier beziehen sich auf die Jahre 2009 bis 2014. Aussagen über Entwicklungen auf Kreisebene für die Jahre danach sind durch die Umstellung auf das Elterngeld Plus im Jahr 2015 noch nicht möglich. Eltern, deren Kinder nach dem 30. Juni 2015 geboren wurden, konnten sich mit dem Elterngeld Plus für einen Mix von Elternzeit und Job entscheiden. Wer in Teilzeit arbeiten geht, kann seinen Elternzeit-Anspruch verdoppeln. Gehen beide Elternteile gleichzeitig in Teilzeit arbeiten, verlängert sich der Anspruch sogar noch einmal. Ob das möglicherweise die Dauer der Elternzeit von Vätern erhöht, bleibt abzuwarten.