Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist bei ausländischen Studierenden besonders beliebt. Von 160.200 Studenten im Jahr 2017 kommen 19.600 aus dem Ausland. Rebecca Barth hat ausländische Studierende getroffen und gefragt, warum sie in Charkiw studieren. 

 

Akila Sanjaya, 27, Sri Lanka, studiert Medizin

 

„Ich studiere seit sechs Jahren in Charkiw. Im Endeffekt war es eine rationale Entscheidung herzukommen: Es ist billiger. Am Anfang ist mir das Leben hier sehr schwer gefallen, weil ich die Sprache nicht konnte und einsam war. Mittlerweile habe ich hier tolle Leute kennengelernt. Nächstes Jahr bin ich fertig und würde gerne nach Schweden oder Deutschland, um mir als wissenschaftlicher Mitarbeiter meinen Master zu finanzieren.“

 

 

 

 

 

 

 

Francis Mutshaka Koumwanda, 27, Demokratische Republik Kongo, wird Buchhalter

 


„Ich bin nach Charkiw gekommen, weil es eine gute Stadt für ein Studium ist. Charkiw ist so international, obwohl es am Anfang schwierig war. Ich weiß nicht, ob ich unbedingt in den Kongo zurück möchte. Es ist einfach schwierig, dort Arbeit zu finden. Auf der anderen Seite fühle ich mich zuhause natürlich am wohlsten.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Ozan Usanmaz, 21, Türkei, studiert Medizin

 
„Ich wollte immer schon reisen und die Welt kennenlernen. Ein Studium in der Ukraine war im Vergleich zu England oder den USA am billigsten. Ich bin seit einem Jahr in Charkiw und spiele im Basketballteam der Uni. Mittlerweile habe ich viele Freunde gefunden und fühle mich wohl. In die Türkei möchte ich nicht zurück.“

 

 

 

 

 

 

 

Dinh Thi Nhu Trang, 23, Vietnam, studiert russische Literatur

 
„Ich habe ein Stipendium und studiere seit vier Jahren in Charkiw. In Vietnam habe ich schon russisch gelernt und wollte meine Sprachkenntnisse dann hier verbessern. Am Anfang musste ich mich echt an die Stadt gewöhnen. Es ist so kalt hier, aber mittlerweile geht es. Nach meinem Studium möchte ich nach Vietnam zurück und als Fremdenführerin arbeiten.“

 

 

 

 

 

 

 

Ahmad Al-Saadi, 24, Saudi-Arabien, studiert Medizintechnik

 
„Ich bin Palästinenser und in Saudi-Arabien werden wir wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Ich bin schon mit 17 weggezogen in den Libanon. Da habe ich erst mal ziemlich viel Party gemacht und mein Studium nicht ernst genommen. Mein Vater meinte irgendwann, er gebe mir noch eine Chance solange das Studium billig und einfach sei. Also bin ich nach Charkiw gekommen und ich liebe es hier. Ich möchte hier bleiben und mich irgendwie selbständig machen.“

 

 

 

 

 

 

Mahumd Hossain, 23, Bangladesch, studiert Medizin

 
„Ich bin vor einem Jahr gekommen, weil ich in Bangladesch nicht zur Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium zugelassen wurde. Eine Freundin von mir war schon hier und hat mir Charkiw empfohlen. Daher habe ich mich dann für die Ukraine entschieden. Es ist immer gut im Ausland schon Kontakte zu haben, anstatt ganz alleine zu sein. Ich kann mir auch vorstellen hier zu bleiben, wenn ich mich verliebe und heirate. Aber meine Heimat vermisse ich sehr.“

 

 

 

 

 

 

Diana Koshuchowa, 22, Kasachstan, studiert Wirtschaft

 
„Ich bin in Kasachstan in einer ukrainischen Gemeinde aufgewachsen. Es war immer schon mein Traum in der Ukraine zu wohnen. Eigentlich wollte ich hier Journalismus studieren, aber es gab nur ein Stipendium für Wirtschaft. Mir gefällt es hier sehr. Besonders die jungen Leute finde ich toll, sie sind nicht so materialistisch wie die kasachische Jugend. Nach meinem Studium möchte ich nach Kiew ziehen und als Journalistin beim Fernsehen arbeiten.“