Im Jahr 2030 werden etwa 1,8 Millionen Menschen in Hamburg leben. Schon heute wohnt mehr als die Hälfte aller Hamburger allein. Den meisten Alleinwohnenden reicht eine Ein- oder Zweizimmerwohnung, gebaut werden aber überwiegend Wohnungen mit drei Zimmern. Die rechnen sich besser für Investoren.

 Einzimmerwohnungen sind Mangelware

Siegmund Chychla ist Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg und kennt das Dilemma. Wer auf einer Fläche eine große statt zwei kleine Wohnungen baue, spare Geld für Küchen und Bäder. Eine Wohnung, ein Bad. Zwei Wohnungen, zwei Bäder. Für die Bauherren bedeuten größere Wohnungen geringere Ausgaben bei höheren Mieten.

2011 hat Hamburg auf den Ausbau beim Neubau gedrängt: Jährlich sollten 6.000 neue Wohnungen entstehen, so das Ziel des Senats. Seither ist die Zahl der Neubauten auch überall angestiegen, aber innerhalb der Hamburger Stadtbezirke gibt es deutliche Unterschiede. Zwischen 2011 und 2015 sind die meisten neuen Wohnungen im Bezirk Altona entstanden.

Wie in Altona, so sind auch in den anderen Bezirken der Stadt überwiegend große Wohnungen gebaut worden. Auch im Bezirk Hamburg-Nord. Dabei wohnen hier nach Angaben des Statistikamts Nord die meisten Menschen allein – 2014 waren es sechs von zehn Einwohnern.

Im Bezirk Harburg, südlich der Elbe, sind seit 2011 auch viele Wohnungen mit zwei Zimmern entstanden. Aber auch hier wurde insbesondere in Dreizimmerwohnungen investiert.

+10.000 neue Wohnungen im Jahr

Hamburg hat das 2011 erklärte Ziel, jährlich 6.000 neue Wohnungen bauen zu lassen, inzwischen auf 10.000 Wohnungen im Jahr erhöht. Der zahlenmäßige Neubau löst das Wohnungsproblem in der Stadt aber nicht. Für die vielen Alleinlebenden in Hamburg werden vor allem mehr Wohnungen auf kleinerem Raum benötigt.

Studentin Alexandra Mirjana ist schon ein halbes Jahr auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung und hat bei der Suche manches Skurrile erlebt.

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